Mögliche Risiken bzw. Komplikationen bei der Koloskopie
Die Dickdarmspiegelung, ggf. mit Abtragung von Polypen, ist heutzutage ein risikoarmes Routineverfahren. Trotz größter Sorgfalt kann es in seltenen Fällen dennoch zu Komplikationen kommen. Das Risiko ist leicht erhöht bei besonderen körperlichen Verhältnissen (z.B. nach Voroperationen).
Hin und wieder kann es zu Verletzungen der Darmwand durch das Endoskop, die Zusatzinstrumente, das Einblasen von Luft oder im Rahmen der Polypenabtragung bzw. der Gewebeentnahme kommen. Die Folgen sind leichte Blutungen und Schmerzen, die meist von selbst zum Stillstand kommen bzw. abklingen. Gelegentlich treten stärkere Blutungen durch das Abtragen von Polypen oder Entnahme von Gewebeproben auf. Diese können meist endoskopisch durch Medikamenteneinspritzung gestillt werden. Selten - insbesondere nach Polypenabtragungen - kann es auch zu einem Darmdurchbruch (Perforation) kommen.
Diesen minimalen Risiken steht allerdings der enorme Nutzen der Darmspiegelung gegenüber. Einige Zahlen mögen dies vielleicht verdeutlichen:
- Jeder zwanzigste Deutsche erkrankt in seinem Leben an Darmkrebs, dies entspricht jährlich ca. 70.000 Neuerkrankungen. Frauen und Männer sind übrigens gleichermaßen betroffen.
- Von allen Tumorarten sterben die meisten Menschen an Darmkrebs, ca. 32.000 pro Jahr. (Das sind ca. viermal soviel wie im Straßenverkehr!)
- Die Darmkrebsvorsorge ist die effektivste Krebsvorsorge. Da das Wachstum der Polypen sehr langsam voranschreitet, könnten ca. 90% aller jährlichen Darmkrebs-Neuerkrankungen durch die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen vermieden werden!
